
TAG Heuer ist wie kaum eine andere namhafte Uhrenmarke eng mit dem Motorsport verbunden. 1860 von Edouard Heuer unter dem ursprünglichen Namen „Heuer“ gegründet, hat sich die Marke seither mit der Entwicklung präziser Stoppuhren und Chronographen einen Namen gemacht. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Sortiment der Marke um Bordinstrumente für Autos und Flugzeuge erweitert und Heuer damit zum Spezialisten für zuverlässige Zeitmessung im Motorsport und in der Luftfahrt. In den 1960er-Jahren präsentierte Heuer seine bis heute erfolgreichsten Kollektionen ausschließlich für den Rennsport. Edouard Heuers Enkel Jack Heuer leitete damals Design und Entwicklung. Unter seiner Leitung entstanden legendäre Chronographenlinien wie Carrera, Autavia, Monza und Monaco. Schon der Name der Uhren macht klar, wo sie sich am wohlsten fühlen – als Zeitmesser auf den berühmtesten Rennstrecken der Welt. TAG Heuer hat sich im Laufe seiner langen Geschichte als innovativer Player in der Uhrenbranche etabliert und diese Position bis heute behauptet. Der Hersteller aus La Chaux-de-Fonds, Schweiz, integriert in seine Uhrenmodelle häufig Materialien, die im Rennsport oder der Luft- und Raumfahrtindustrie zu finden sind. In diesem Artikel stelle ich Ihnen drei moderne Chronographen von TAG Heuer vor, die große Namen tragen und das Erbe ihrer ikonischen Vorgänger mit neuester Technologie fortführen.
TAG Heuer Autavia CBE2110
Der Name Autavia leitet sich von den Wörtern „AUTomobile“ und „AVIAtion“ ab. Bereits in den frühen 1930er-Jahren wurde der Chronograph als Borduhr in den Armaturenbrettern von Rennwagen und Flugzeugen eingesetzt. 1962 verfeinerte Jack Heuer das Modell weiter und brachte es als Armbanduhr auf den Markt. Besonders die Formel-1-Rennfahrer waren von dem sportlichen Chronographen begeistert. Das umgekehrte Panda-Zifferblatt und seine Bi- oder Tricompax-Optik ist typisch für viele Autavia-Varianten. Dieses Design hat auch die Autavia Ref. CBE2110, die 2017 nach einer langen Produktionspause präsentiert wurde. Die Uhr ist eine Hommage an die 1966 eingeführte Autavia Ref. 2446, die die Uhr der Wahl des Rennfahrer-Legendes Jochen Rindt war. Eine Besonderheit der Uhr ist auch, dass ihr Design von Uhrenfans bestimmt wurde, die in einer Online-Umfrage über das Aussehen der Referenz 2446 abstimmten. Im Gegensatz zum Original aus den 1960er Jahren, das einen Gehäusedurchmesser von nur 38 mm hatte, misst die Neuinterpretation 42 mm im Durchmesser. Das Gehäuse selbst ist vollständig poliert, was der Uhr eine auffällige, aber nicht zu wuchtig wirkende Präsenz am Handgelenk verleiht. Die weißen Hilfszifferblätter befinden sich bei 3, 6 und 9 Uhr, was typisch für die Autavia „Jochen Rindt“ ist. Während das Originalmodell kein Datum hatte, verfügt die CBE2110 über eine Datumsanzeige, die diskret in das Hilfszifferblatt bei 6 Uhr integriert ist. Als Stundenmarkierungen dienen applizierte Indizes, an deren Enden dunkles Super-LumiNova im Vintage-Stil angebracht ist. Mit einer Wasserdichtigkeit von 100 m (10 bar, 328 ft) kann man die Autavia auch zum Schwimmen mitnehmen. Ausgestattet ist die Uhr mit dem 2017 neu entwickelten Manufakturkaliber Heuer 02. Das Uhrwerk bietet eine Gangreserve von 80 Stunden und ist durch einen Sichtboden aus Saphirglas sichtbar. Eine ungetragene Autavia CBE2110 am Edelstahlarmband im „Beads of Rice“-Stil wechselt bei Chrono24 für rund 4.700 Dollar den Besitzer. Am Lederarmband kostet die Uhr rund 100 Dollar weniger.
TAG Heuer Carrera CBS2216
Die TAG Heuer Carrera ist seit ihrer Einführung im Jahr 1963 ein Klassiker in der Uhrenwelt. Der von Jack Heuer entworfene Chronograph zeichnet sich durch seine Präzision und sein gut lesbares Zifferblatt aus. Der Zeitmesser hat seinen Namen von der legendären Rallye Carrera Panamericana, die seit den 1950er Jahren auf mexikanischen Straßen ausgetragen wird. Die Carrera-Uhr hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und ist heute eine vielseitige Kollektion. TAG Heuer präsentierte den Carrera Chronograph Panda Ref. CBS2216 auf der Watches and Wonders 2024. Das Design dieses Modells erinnert an die Carrera 7753SN, die der Hersteller in den 1960er Jahren vorstellte. Neu und innovativ ist die „Glassbox“-Konstruktion der 39-mm-Uhr. In diesem Fall erstreckt sich das Glas über das gesamte Gehäuse, wobei sich die gewölbte Tachymeterskala am Rand des Zifferblatts unter dem Glas befindet. Mit einer Wasserdichtigkeit von 100 m (10 bar, 328 ft) ist die Carrera für nahezu alle Alltagssituationen geeignet. Das silberfarbene Zifferblatt verfügt über drei Hilfszifferblätter, wobei die beiden bei 3 und 9 Uhr schwarz sind. Auf den ersten Blick erkennt man ein Bicompax-Design – eine optische Täuschung, denn bei 6 Uhr rotiert ein kleiner Sekundenzeiger vor silbernem Hintergrund. Das Datum hat TAG Heuer dezent unter dem Sekundenzeiger integriert. Farbige Akzente setzen die roten Zeiger der Hilfszifferblätter bei 3 und 9 Uhr. Angetrieben wird die Uhr vom Manufakturkaliber TH20-00, das auf der Heuer 02 basiert und ebenfalls über eine Gangreserve von 80 Stunden verfügt. Das Uhrwerk kann durch den Gehäuseboden aus Saphirglas betrachtet werden. Für ein neuwertiges Exemplar am dreigliedrigen Edelstahlarmband muss man bei Chrono24 mit rund 5.400 Dollar rechnen.
Monza Flyback Chronometer CR5090.FN6001
Der dritte und letzte TAG Heuer in dieser kurzen Liste ist ein echter Underdog. Das Modell Monza steht gemeinhin im Schatten der großen Ikonen Autavia und Carrera, bietet aber dieselbe Qualität und entsprechende Funktionen. Kennzeichnend für die Monza ist ihr kissenförmiges Gehäuse, das sie von den anderen Modellen der Marke abhebt. TAG Heuer präsentierte die Monza im Jahr 1976, das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen TAG Heuer und Scuderia Ferrari. Konzipiert wurde die Uhr als Hommage an Niki Laudas Weltmeistertitel im Jahr 1975, den er mit dem Ferrari-Team errang. Wie auch die anderen Sportchronographen der Marke soll die Monza Uhrenliebhaber und Motorsportfans ansprechen, die Wert auf sportliches Design gepaart mit hoher Funktionalität legen. Eine ganz besondere Variante ist die Monza Special Edition mit der Referenznummer CR5090.FN6001, die TAG Heuer 2023 präsentierte. Im Gegensatz zu den klassischen Edelstahlvarianten der Monza sind das 42-mm-Gehäuse und die Lünette dieser Uhr aus Carbon gefertigt. Besonders markant ist das Zifferblatt dieser Uhr, das mit einer skelettierten Optik, blauen Indizes und Hilfszifferblättern sowie einem Stoppsekundenzeiger in gleicher Farbe auffällt. Rote Akzente, wie auch bei den Zeigern der Hilfszifferblätter, runden das Design ab. Das Zifferblattlayout ist etwas ungewöhnlich, aber typisch für die Monza. Die Hilfszifferblätter befinden sich bei 3 und 6 Uhr, während das Datum auf der 9-Uhr-Position zu finden ist. Im Inneren der Uhr tickt das automatische Manufakturkaliber TH20-12 mit Flyback-Funktion. Das Uhrwerk verfügt über eine Gangreserve von 80 Stunden und ist durch das skelettierte Zifferblatt und den Gehäuseboden aus Saphirglas größtenteils sichtbar. Ein schwarzes Synthetikarmband mit blauen Ziernähten hält diese besondere Monza sicher am Handgelenk. Planen Sie bei Chrono24 etwa 12.000 Dollar für ein ungetragenes Exemplar ein.